Rama, Schüler von SamarpanVon Haus aus christlich erzogen hatte Rama den ersten Kontakt mit dem Thema Meditation als 20-Jähriger bei einem öffentlichen Vortrag in seiner Heimatstadt Stuttgart. Angetan von der herzlichen Atmosphäre ging er einige Male zu den wöchentlichen Treffen dieser Gruppe. Doch so sehr er die während der Meditationen erfahrene Stille auch genoss, hatte er Angst, beim weiteren Beschreiten dieses Weges über kurz oder lang nicht mehr in der Lage zu sein, das eben begonnene Maschinenbau-Studium weiterzuführen. Dort fühlte er sich ohnehin schon fehl am Platz, aber sein Großvater und sein Vater waren Ingenieure gewesen, und so war man innerhalb der Familie der Meinung, dass dies auch für ihn das Richtige sei. Und da es aus seiner Sicht auf diesem vorgezeichneten Weg keinen Platz für Alternativen zu geben schien, galt es, das einmal Begonnene nun eben durchzuziehen und das eigene Herz zum Schweigen zu bringen.

Sieben mühevolle Jahre später war der Abschluss geschafft und nun gab es kein Ausweichen mehr vor der Frage: "Was will ich eigentlich in meinem Leben machen? Was will eigentlich ich?"

Um dies herauszufinden, begann er, an verschiedenen esoterischen Selbsterfahrungsgruppen teilzunehmen, während er im Alltag die erste Sprosse auf der Karriereleiter erklomm. Aber sein Herz sehnte sich mehr und mehr nach dieser anderen liebevolleren Welt.

So lebte er überwiegend für die Wochenenden, an denen er häufig Workshops oder Seminare besuchte. Bis er nach zwei Jahren intensiver Arbeit an sich selbst schließlich dem spirituellen Lehrer Samarpan begegnete, der ihm sagte:

"Stopp! Halte an! Glücklichsein ist nicht irgendwo in der Zukunft; Glücklichsein ist Hier, in diesem Moment."

Fasziniert von dieser einfachen Botschaft durchlitt er noch einige Wochen des inneren Kampfes und Festhaltens an seinem alten Job sowie der damit verbundenen vermeintlichen finanziellen Sicherheit, bis er an einem Vormittag im Büro kurz vor dem psychischen Zusammenbruch stand. Von heute auf morgen ließ er alles zurück und gab sein ganzes Leben Samarpan hin, der ihn als Schüler aufnahm und ihm den Namen `Rama' gab.

Fortan fand mehrmals täglich ein zweistündiger `Satsang' statt, ein `Zusammensein in Wahrheit', während dem man gemeinsam in Stille saß oder Fragen stellen konnte, die Samarpan dann beantwortete; oft mit Worten von Jesus, Buddha und anderen spirituellen Lehrern.

Nach wenigen Wochen des Reisens an Samarpans Seite wurde Rama zu seinem Dolmetscher, wodurch sich die Beziehung zu ihm noch intensivierte. Tage des vollkommenen Verschmelzens zu einer Einheit wechselten sich ab mit Zeiten von größtem Schmerz und tiefster Hoffnungslosigkeit. Und immer war Samarpan da, bereit mit Rama zu lachen, wenn dieser im Himmel schwebte oder ihm die Hand zu halten, wenn Rama gerade in einer gefühlten Hölle war.

Durch sein eigenes Vorbild lehrte Samarpan, diese unterschiedlichen Erfahrungen nicht zu beurteilen, sondern alles willkommen zu heißen und im Frieden damit zu sein. Und hatte Rama anfangs noch Fragen über Fragen, mit denen er Samarpan auch außerhalb des Satsangs zu jeder Tages- und Nachtzeit löcherte, so wurde das Erkennen der Wahrheit im Lauf der Jahre immer klarer. Immer seltener gab es Gespräche zwischen Samarpan und ihm, immer weniger und noch weniger Worte wurden gewechselt – bis es nach vier Jahren zu dem Punkt kam, als es schließlich nichts mehr zu sagen gab.

Nur noch Stille, Dankbarkeit und Liebe.
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